top of page

Raeren - en de Rore

Name der Gemeinde und später Großgemeinde. Laut Kartenbeilage im Buch "Hongdet en ee op Rörender Platt" von Paul Mennicken war "en de Rore" ein Weiler der sich zwischen Driesch, Titfeld, und Berg erstreckt. Somit wäre die Burg (Töpfereimuseum) und Haus Raeren dem ursprünglichen "Rore" zugehörig.

Der Name lautet 1400 von den roideren, van den roedern, von den raederen. Diese Formen sind der dritte Fall Mehrzahl des früheren Wortes rode oder rade, das Rodung bedeutet. Die Eupener sagen heute noch richtig: ten rore, d. h. zu den Rodungen, den gerodeten Plätzen. (Eine ausführliche sprachliche Deutung des Ortsnamens veröffentlichte Prof.Dr. Michel Kohnemann in: Ostbelgische Chronik, 2. Band, 1949).

Vergefenes

Verbindung von der Eynattenerstr. zur Kinkebahn.

Ist ein sehr interessanter Flurname.Die ältesten Formen (ab 1418) setzen ein zweistämmiges Wort voraus: wilgen-foss (so tatsächlich im Jahre 1456 geschrieben). Bereits 1484 tauchen die ersten Belege mit Anfangs-v auf; 1418 besteht schon die Schreibweise mit i bzw. y statt g; das Grundwort -foss lautet 1546 erstmalig -fenis; das r (statt des I) steht erst 1583. Zur Bedeutung: der erste
Teil wilge- ist die niederländische Bezeichnung für den Weidenbaum. Der zweite Teil -foss ist wahrscheinlich das vom deutschen Eigenschaftswort foss gebildete Hauptwort in der Bedeutung: eine welke, faule Waldgegend, ein Gehölz, wo nur Krüppelholz gedeiht. Den Flurnamen Foss gibt's heute noch zu Eynatten, Lontzen und Rabotrath. Zur Entwicklung des Namens Vergefnes: als beide Namenteile nicht mehr verstanden wurden, fielen sie der Verformung anheim, und zwar solange, bis
der Name wieder »nach etwas aussah«, z. B. nach dem Wort verjevenes, d. h. Vergebung.So ist dieser Flurname ein schönes Beispiel phantasievoller und phantastischer Volksdeutung.

Heck - e j'en Heck

Zwischen der Grachstrasse und Mühlenstraße. In der zweiten Hälfte des 19.Jahrhundert wurde in der Heck Bier gebraut von der Familie Gatzweiler, die Anfang des 20.Jahrhundert die Brauerei ans die Eupener Bierbrauerei verkaufte und später eins der bekanntesten Biere Deutschlands brauten: Gatzweiler Alt in Düsseldorf. 

Der Raerener Ausdruck für hochdeutsch Hecke ist bekanntlich Haach. Da der Name Heck sowieso nicht alt ist (1625), kann man getrost annehmen, daß das hochdeutsche Wort durch ortsfremde Schreiber oder Besitzer in Raeren eingeführt wurde.

Gracht - e j'en Graat

Die Grachtstr. beginnt an der Burgstr., aber die Flurbezeichnung Gracht liegt im Tal des Reibaches.

Das diesem Flurnamen entsprechende Hauptwort besteht noch heute im Niederländischen (Kanal), in den Mundarten (Wassergraben, mit Wasser gefüllte Einsenkung, Straßenrinne) und im Hochdeutschen (beide Bedeutungen). Der Raerener Flurname bezeichnet wahrscheinlich eine Talsenke mit durchlaufendem Gewässer, dem Reibach.

Boan

Liegt gegenüber der Heck auf der anderen Seite der Burgstr. auf einer Erhöhung.

Boan ist das Plattdeutsche Wort für Quelle, manchmal auch für einen Brunnen.

Zahlepouhl

Wiesengelände gegenüber der Burg Raeren bis zur Neumühle.

Wenn man bedenkt, daß die ältesten Schriftformen der anliegenden Wiese Zahlenbend Kazarenbend lauten, wird man nicht mehr meinen, hier sei vorzeiten eine Stelle gewesen, wo man Wegezoll entrichten mußte; diese Deutung wäre Volksetymologie.

bottom of page